SonyRX1rII - ein subjektives Review!

Ich kann nicht sagen, wie ich zu der Entscheidung gekommen bin! Ich hatte immer mal wieder Kompaktkameras (Sony Nex-5, Canon G7, Sony RX100III und Va), die mich aber irgendwie nie recht gefangen haben. Zu wenig Lowlight, zu klein, irgendwie haben sie mich nicht erreicht. Die letzte, die RX100Va habe ich verkauft, nachdem ich ‘21 die A1 gekauft hatte und so verschossen in die war (und bis heute bin!), dass ich sie immer mit mir herumgetragen habe, bis vor kurzem.

Wie gesagt, keine Ahnung, ich hatte mal eine RX1 der ersten Serie für eine Freundin verkauft, hatte sie ein paar Wochen bei mir und fand, sie hatte was, aber 24MP und der grottenschlechte AF waren für mich kein Thema.
Vor kurzem erwische ich mich, wie ich eher durch Zufall bei YT ein Vergleichsvideo Fuji X100V und RX1rII anschaue, habe mich sehr lange nicht mehr für kompakte Kameras interressiert, und schon gar nicht für Fuji, da die aus meiner Sicht gar nicht kompakt sind. Aber das Video war da, Startseite, und ich habe es geschaut. Ziemlich deutlich positiv für die RX1rII. Es folgten weitere Videos, ich hatte eigentlich immer noch kein Interesse an einer weiteren Kompakten, die dann später wieder geht mit Verlust; aber immer die A1 mit 20-70, Filtern, L-Bracket rumschleppen ist schon auch etwas schwer. Habe extra einen Crumpler Alltags-Büro Rucksack gekauft, mit einem kleinen Kamerafach am Rücken, wo das alles gerade reinpasst, ging jetzt zwei Jahre gut. Aber immer die “Große” auspacken, macht man auch nicht immer… So ging das von Video zu Video, irgendwie gefiel sie mir immer besser. Technik der A7rII, meine erste Sony Fullframe, kannte ich. Konnte mich aber nicht mehr genau erinnern, wie war der AF, Bildqualität war umwerfend, 42MP, die auch heute noch mit aktuellen Sensoren mithalten können…
Dann Ebay und Kleinanzeigen, mal nach Preisen geschaut, wow, gehen heute noch zwischen 1800 und 2200. Ganz schön teuer für eine Kompakte mit Festbrennweite, ok Vollformat, Hammer Sensor, trotzdem. Immer wieder welche beobachtet, dann kam eine die schon günstig war über Kleinanzeigen, Anzeige gerade erst raus, auch aus Nachlass, VB. Einfach mal Angebot gemacht, wo ich dachte, macht der eh nicht - kurz danach die Meldung, macht er! Ooops! Egal, auf keinen Fall Verlust! Nun ist sie seit etwa 3 Wochen bei mir.
Wir haben uns erst beäugt, erstmal wieder Trockenübungen, konfigurieren, Importmodel ohne Deutsch. Da war doch was! Open Memories Tweak - gesucht, gefunden, aufgespielt und zack, deutsches Menü. Wie damals meine A7rII, auch ein Importmodell. Wie zu Hause irgendwie. Wow ist die klein, aber eben nicht so wie die RX100, eben nicht zu klein. Autofokus ist gar nicht so schlecht, selbst bei wenig Licht. Ich mag sie, zunehmend. Zunehmend mehr. Bis heute. Habe das Gefühl, die will bleiben, ist ok, in meinem Herzen kriegt sie ein Zuhause. Der Zauberstab findet den Zauberer, keiner weiss, wie das passiert, ich auch nicht!

Genug zum subjektiven Vorspiel. Ich will hier auch keinen Test machen, alle Daten findet ihr im Netz! Sie ist irgendwie anders, ich sehe anders, Street fühlt sich besser mit ihr an als mit der A1, eben kleiner, unauffälliger. Aber auch eben richtig nach Kamera und nicht Spielzeug, wie RX100 und Konsorten. Auch habe ich weniger Hemmungen, in der Öffentlichkeit mit der kleinen, die nimmt irgendwie keiner ernst. Ich aber!
Es macht mir auf andere Art Freude, damit zu fotografieren, fühle mich eher wie Steichen, Stieglitz, Cartier-Bresson und die anderen, die mit den ersten Leica Kleinbildkameras und einer Festbrennweite unterwegs waren, als wie ein moderner Fotograf. Ich sehe Details in den Straßen, blicke anders in meine Umwelt, selbst an Orten, wo ich schon gewöhnungs-blind war, ist plötzlich wieder was.
Hatte auch schon mit Festbrennweiten mit A7rIII und A1 versucht, hat aber nicht funktioniert - ja, man muss sich mehr bewegen, sich das Motiv mehr erschließen, findet andere Perspektiven, alles verstanden! Festbrennweiten verkauft, Lieblingszoom gekauft (20-70/4).

Mit der RX1rII ist das alles wieder da, besser und anders, und es macht sehr viel Spaß. Sie ist immer bei mir, aber ich nutzte sie als EDC mehr als die A1, knipse auch wieder gute Fotos von Katzen, Freunden, Familie, die A1 ist keine Knipse. Und trotzdem hat sie eine vergleichbare Bildqualität, ich mache meist JPG in S/W und RAW, die S/W Ansicht habe ich schon gelegentlich bei der A1 genutzt, man sieht anders, komponiert anders.
Jetzt zwei Wochen im Urlaub mitgehabt, Städte und Natur, die A1 mit 20-70 habe ich nur genutzt, wo ich echt Weitwinkel brauchte. Die RX1rII baumelt locker an Handgelenk (mache mir meine Handschlaufen immer selbst), stört nicht, nicht schwer, hier ‘ne Szene, da ein Stück Fassade…, einfach sehr schnell. Auch auf dem Fahrrad schnell in der Hand, mal eben ein Foto im Vorüberfahren mitnehmen. An die 35mm habe ich mich schnell gewöhnt, man macht sicher andere Fotos mit 20-70, aber eben nicht besser, nur anders. Und ja, ohne Zoom erschließt man sich tendenziell die Motive anders, auch wenn man’s verstanden hat; man ist halt gezwungen, sich zu bewegen, und z.B. näher rangehen macht ein anderes Bild als Zoomen (eigentlich cropt man damit ja nur, die Perspektive beleibt gleich).
Ich kann jetzt schon sagen, dass sich meine Begeisterung eher gefestigt hat, werde mein 35/1.8 verkaufen!
Die RX1rII hat sich jetzt schon neben der A1 als zweite Kamera auf Augenhöhe etabliert. Und der Leaf-Shutter (Zentralverschluss) ist eben auch nicht zu verachten, keine Synchronzeiten, volle Blitzleistung einfangen bei 1/2000, also super zum Outdoor-Aufhellblitzen.

Ich habe schon verstanden, wie Fotografen darauf kommen, nur mit einer kompakten Kamera und 35mm zu fotografieren, aber es nie recht nachfühlen können. Jetzt ja!

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Vollformat “on a budget”: Sony A7C-II

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2 Jahre mit der Sony A1 - Subjektives Review